Industrial IoT: In fünf Jahren 20 Prozent Anteil am Umsatz

0

Industrial IoT entwickelt sich zunehmend zu einem Wachstumsmarkt. Prognosen erwarten innerhalb der nächsten fünf Jahre einen Anteil von 20 Prozent am gesamten Umsatz. Gründe dafür sollen Erweiterungen bisheriger Geschäftsmodelle um intelligente Dienste liefern.

Kernpunkt des Internet der Dinge (IoT) ist u.a. die datengestützte Effizienzsteigerung bei der Entwicklung und Wartung von Produkten und Dienstleistungen, sowie die nutzerorientierte Anpassung bei der Herstellung.

IoT Wachstumsmarkt Verbrauchsprodukte

Seit Jahren kennen Kunden das Geschäftsmodell der Nachlieferung. Wer Produkte wie Drucker oder Kapselautomaten erwirbt, weiß dass er eher früher als später Ersatz für die oft nicht mal mehr mitgelieferten Grundbestandteile der Geräte benötigt. Das betrifft die immer stärker ausdifferenzierten Druckerpatronen ebenso wie Kaffeekapseln. Oftmals fungieren die Basisgeräte mit vergleichsweise geringen Anschaffungskosten als Lockmittel, um später die sich für die Hersteller langfristig mehr lohnenden Folgeprodukten gewinnbringend verkaufen zu können.

Mit Industrial IoT zu mehr Kundenbindung

IoT soll diesen Prozess jetzt noch effizienter gestalten und helfen auszubauen. So könnten Produzenten ihren Kunden beispielsweise anbieten, durch Datenanalysen und Produktionsüberwachungen den Nachbestellvorgang zu übernehmen. Wann immer Kontrollen ergäben, dass sich der beim Kunden gelagerte Vorrat dem Ende nähert, wären Sensoren in der Lage diesen Umstand als Alarm an den Entwickler zu übermitteln. Dieser könnte dann umgehend für Nachschub sorgen, ohne dass der Nutzer dafür selbst aktiv werden müsste. Beide Seiten scheinen davon profitieren zu können. Die eine Seite erhält eine optimierte, Kosten, Zeit- und aufwandseffiziente Herstellung seiner Produkte. Das Gegenüber bekommt eine engere Fabrikanten-Kundenbindung.

Fehlererkennung durch IoT

Maschinenbauer wissen, dass bereits winzige Abweichungen bei der Produktion katastrophale Auswirkungen haben können. Maschinen, die auf Werte geeicht sind, die sich nicht mit den in der Realität benötigten Parametern decken, führen schnell zu Ausfällen und Produktionsstopps.

Auch hier bietet Industrial IoT Hilfestellungen. Anlagen, die in Echtzeit analysieren können, wie gut oder schlecht der jeweilige Prozess funktioniert, versetzen ihrer Erbauer in die Lage rechtzeitig einzugreifen und Schlimmeres zu verhindern. Fertiger können durch diese Technologie heute schneller denn je diese Fehler oft schon im laufenden Betrieb beheben. Meist reicht bereits der Austausch kleinster Einzelkomponenten statt umfänglicher Stilllegungen und Reparaturen Das ermöglicht auch massive Einsparungen an Zeit, Kosten und Material.

Industrial IoT-Verschleißvorhersagen

Egal, wie gut Maschinen auch gewartet werden, irgendwann geben ihre Teile den ständigen Belastungen nach. Und nicht selten ereignen sich diese Ausfälle genau dann, wenn man sie am wenigsten erwartet. Auch sind dann nicht immer die dringend zu ihrer Reparatur benötigten Ersatzteile sofort vor Ort verfügbar.

Industrial IoT kann hier ebenfalls wertvolle vorauseilende Abhilfe leisten. Einrichtungen, die laufend in Echtzeit Daten über ihren Zustand liefern, bieten die Möglichkeit sogar die Lebensdauer ihrer Bestandteile zu prognostizieren. Auf Basis früherer Erfahrungen mit vergleichbaren Elementen und deren Abnutzungsbedingungen, sowie ständigen Kontrollen ihrer aktuellen Beschaffenheit lassen sich Vorhersagen darüber treffen, wann bestmöglich eingegriffen werden und sie ausgetauscht werden sollten.

Anbieter derartiger Technologielösungen könnten diese Systeme auch anderen Herstellern zugänglich machen und so weitere Geschäftsfelder erschließen. Mit dem fortschreitenden Entwicklungsstand des Internets der Dinge (IoT) wächst auch die Fülle an Einsatzmöglichkeiten. Was heute noch undenkbar oder wünschenswert scheint, kann schon morgen durch Echtzeitanalysen, erweitertes maschinelles Lernen und der Auswertung von Mustern in absehbarer Zeit Alltag sein.

Über den Autor

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

Lassen Sie eine Antwort hier