Ethernet: Was es ist, wie schnell es ist und welche Vorteile es bringt

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Ethernet: Was es ist, wie schnell es ist und welche Vorteile es bringt

Gern wird Ethernet als Goldstandard bezeichnet, wenn es darum geht, dass Geräte mit hoher Bandbreite miteinander verbunden werden sollen. Doch physische Netzwerke haben nicht nur Vorteile.

Ethernet: Definition und GeschwindigkeitenUnterschiede zwischen LAN und WLANSo entwickelte sich EthernetGeschwindigkeiten mit EthernetÜbersicht über die Vor- und Nachteile von EthernetEinrichtung des Ethernet-Netzwerkes

Ethernet: Definition und Geschwindigkeiten

Ethernet wird immer dann eingesetzt, wenn Internetverbindungen über einen Switch oder einen Router freigegeben werden sollen oder wenn Geräte miteinander zu verbinden sind, die keine drahtlosen Verbindungen unterstützen. Auch die Verbindung von Geräten mit hoher Bandbreite ist mit Ethernet möglich. Angeschlossen werden können somit Desktop-PCs ebenso wie Smart TVs. Heute steht Ethernet für die beliebteste Technologie für kabelgebundene Datennetze.

Was Ethernet ist

Verschiedene Hard- und Softwarekomponenten lassen sich dank Ethernet miteinander verbinden.

Die derzeit beliebteste Technologie erlaubt einen Datenaustausch zwischen diesen Komponenten via LAN-Kabel, wobei die Geräte auch mit dem Internet verbunden werden können.

Ethernet wird aufgrund seiner Verbreitung auch gern synonym für LAN verwendet, doch es ist auch für andere Standards nützlich.

Zu nennen sind hier beispielsweise Arcnet oder Token Ring. Xerox entwickelte in der zweiten Hälfte der 1970er Jahre Ethernet mit dem Hintergrund, dass verschiedene Bürogeräte miteinander verbunden werden sollten.

Doch dabei blieb es nicht und heute gibt es ein breites Anwendungsspektrum für diese Technologie.

Ob im geschäftlichen oder im privaten Bereich: Ethernet ist überall verbreitet, wobei das Protokoll IEEE 802.3 genutzt wird.

LAN-Kabel war eigentlich ein Oberbegriff und die Bezeichnung „Ethernet-Kabel“ wurde für einen bestimmten Kabeltyp verwendet. Es handelte sich dabei um ein gedrehtes Kupferkabel, das der Weiterleitung von Daten in standardisierter Form diente.

Die eigentlichen Daten werden in kleine Portionen aufgeteilt und durch Ethernet-Frames in größere Pakete gepackt.

In diesen Paketen sind die Daten sowie weitere Informationen wie MAC-Adressen und Prüfnummern enthalten.

Ethernet gilt heute als Standard und hat andere Kabeltypen nahezu verdrängt, was die synonyme Verwendung der Begriffe „LAN-Kabel“ und „Ethernet-Kabel“ erklärt.

Unterschiede zwischen LAN und WLAN
LAN steht für „Local Area Network“ und WLAN ist die Abkürzung für „Wireless Local Area Network“. Das LAN-Netzwerk basiert auf der Datenübertragung via Kabel, WLAN hingegen funktioniert kabellos. Beide Netzwerke nutzen einen Router, der als Gateway bezeichnet wird. Sie können gemischt verwendet werden und bilden das Heimnetzwerk.
Vom Router ausgehend wird LAN mit einer strukturierten Verkabelung betrieben, die sternförmig für alle Räume verläuft. Dafür kommt ein speziell abgeschirmtes Kupferkabel mit acht Adern zur Anwendung, welches bis zu 10 Gigabit übertragen kann.
Für höhere Geschwindigkeiten wird auch ein Glasfaserkabel verwendet. Über eine Netzwerkdose erfolgt der Anschluss der Kabel. Ein aktiver Netzwerkverteiler kann dafür sorgen, dass weitere Schnittstellen zur Verfügung gestellt werden.
WLAN hingegen kommt ohne Kabel aus und überträgt per Funk von einem Sender, der als Router oder Access-Point bezeichnet wird, zum Empfänger. Als solcher kommen die jeweiligen Endgeräte des Netzwerkes infrage. Die Übertragung per Funk ist über Stabantennen oder per Lichtübertragung mit LEDs und Fotodioden möglich.
In dem Zusammenhang fällt häufig der Begriff „Visible Light Communication“ (VLC), der alle Anwendungen benennt, bei denen Daten per Licht übertragen werden. Fernbedienungen oder Kamerasysteme setzen auf diese Technologie.

So entwickelte sich Ethernet

Heute ist alles ganz einfach und es ist sogar möglich, Echtzeit-Ethernet automatisch konfigurieren zu lassen.

Dabei hat die physische Netzwerkverbindung eine vergleichsweise lange Geschichte hinter sich und begann mit einer Übertragungsrate von etwa 10 Megabit pro Sekunde.

Seit ihrer Anfangszeit entwickelte sich die Technologie weiter und die heutigen Geschwindigkeiten sind mit denen von früher nicht mehr zu vergleichen. Neuerdings wird sogar vom „Gigabit-Ethernet“ gesprochen.

Einen großen Aufschwung erlebte Ethernet durch das Internet of Things in industriellen Umgebungen (IIoT), denn hier kann es seine Vorteile voll ausspielen.

Die Verbindungen und Übertragungen sind deutlich schneller über Ethernet als über WLAN möglich, darüber hinaus sind sie stabiler und abhörsicher.

Um Industrial-Ethernet-Umgebungen noch besser zu sichern, wurden spezielle Zusatzprotokolle, besondere Kabelformen und geschützte Bauteile zum verwendeten Standard.

Geschwindigkeiten mit Ethernet

Wir haben bereits darauf hingewiesen, wie stark sich die Geschwindigkeiten von Ethernet im Laufe seiner Geschichte verändert haben.

Hier noch einmal die Geschwindigkeiten im Überblick:

  • Gigabit Ethernet mit 10 GBit/s: etwa 9,4 GBit/s netto
  • Gigabit Ethernet mit 2,5 GBit/s: schafft etwa 2,5 GBit/s netto
  • Gigabit Ethernet mit 1 GBit/s: schafft etwa 0,94 GBit/s netto
  • Fast Ethernet mit 100 MBit/s: schafft etwa 0.094 GBit/s netto

Video: Ethernet in 100 Sekunden

Alles Wichtige zu Ethernet-Kabeln

Soll ein lokales Netzwerk aufgebaut werden, ist ein Ethernet-Kabel nötig. Hierfür kommen verschiedene Arten in Betracht:

Soll ein lokales Netzwerk aufgebaut werden, ist ein Ethernet-Kabel nötig. (Foto: AdobeStock - 650228741  photobuay)

Soll ein lokales Netzwerk aufgebaut werden, ist ein Ethernet-Kabel nötig. (Foto: AdobeStock - 650228741 photobuay)

  • Kupfer-Doppelader: maximale Länge beträgt 100 Meter
  • Multimode-Glasfaserkabel: maximale Länge beträgt zwei Kilometer
  • Singlemode-Glasfaserkabel: maximale Länge beträgt 80 Kilometer

Der Ethernet-Stecker (RJ-45-Stecker) besitzt acht Kontaktanschlüsse, die durchnummeriert sind. Ober der oberen Seite befindet sich eine Schnappverriegelung, über sie ist eine feste Verbindung mit der Buchse sichergestellt.

Das Kabel selbst beschriftet, sodass jederzeit klar ist, um welche Art Kabel es sich handelt bzw. zu welchem Typ dieses gehört. Je nach Kabeltyp sind unterschiedliche Geschwindigkeiten möglich.

Übersicht über die Vor- und Nachteile von Ethernet

Ethernet bietet kein festes Zugriffsraster, was die Technologie von anderen paketorientierten Technologien unterscheidet. Es gibt keine definierten Zeitraser, um Nutzern eine bestimmte Bandbreite garantieren zu können. Ethernet kann daher problematisch sein, wenn es um zeitkritische Anwendungen geht. Es ist nicht immer klar, wann die Informationen übertragen werden, demnach ist keine Garantie für einen Datenaustausch möglich. Es gilt lediglich eine Prognose zu wahrscheinlichen Übertragungen, was verhindert, dass Ethernet in allen Bereichen einsetzbar ist. Daher sind es häufig andere Technologien, die sich durchsetzen und die Nischen für sich beanspruchen. Dennoch gibt es zahlreiche Vorteile, die mit der Anwendung von Ethernet verbunden sind.

Vorteile von Ethernet
LAN-Netzwerke sind einfach aufzubauen und auch das Beheben von Ethernet-Problemen ist einfacher möglich als bei anderen Technologien.
LAN-Netzwerke sind einfach aufzubauen  (Foto: AdobeStock - 660550621 Postproduction) LAN-Netzwerke sind einfach aufzubauen (Foto: AdobeStock - 660550621 Postproduction)
Zusätzlich stützt sich die Beliebtheit von Ethernet auf diese positiven Eigenschaften:
  • Betrieb der Ethernet-Netzwerke über längere Zeit möglich
  • einfache Netzwerkerweiterungen
  • Rückwärtskompatibilität (leichte Kombination mit älteren Komponenten)
  • Verbindung mehrerer Geräte über Ethernet-Switch möglich
  • direkte Verbindung aller Geräte möglich
  • Stromversorgung der Geräte per Ethernet möglich („Power over Ethernet“)

Video: LAN gegen WLAN - Vor- und Nachteile für mehr Freude am Surfen

Vor- und Nachteile im Vergleich mit drahtlosen Netzwerken

WLAN, das viele Privatanwender auch zu Hause nutzen, ist durch zahlreiche Vorteile gekennzeichnet und wird dabei immer leistungsfähiger.

Ein plötzlicher Zusammenbruch des WLAN-Netzwerkes ist heute weniger üblich als noch vor einigen Jahren.

Daher stellt sich die Frage, ob die Nutzung eines Ethernet-Netzwerkes überhaupt sinnvoll ist. In Bezug auf die Stabilität der Netzwerke lässt sich diese Frage nicht ganz klar zugunsten oder zuungunsten einer Technologie beantworten, denn sowohl Ethernet als auch WLAN funktionieren mitunter nur instabil.

Die Übertragungsgeschwindigkeiten sind nicht verlässlich hoch. Gleichzeitig ist WLAN noch störanfälliger als die kabelgebundenen Übertragungen, was sich vor allem bei der Nutzung von Streaming-Diensten bemerkbar macht.

Unternehmen, die auf sicherheitsrelevante Anwendungen angewiesen sind, sind mit Ethernet besser beraten. Es lässt sich genau überwachen, welche Geräte miteinander verbunden und somit im Netzwerk angemeldet sind.

Die Anzahl der Schnittstellen und Ports ist begrenzt, Hacker haben damit weniger Chancen, in das Netz zu gelangen.

Ethernet ist mit höheren Kosten verbunden, als für die Nutzung von WLAN anfallen. Dabei werden die Kosten umso höher, je mehr Geräte im Netzwerk verbunden sind. Die Komplexität ist bei Heimnetzwerken meist gering, bei Unternehmen jedoch oft sehr groß.

Moderne Geräte verfügen nicht alle über Ethernet-Ports, wobei vor allem Laptops aus dem hochpreisigen Segment meist nur noch über USB- oder HDMI-Anschlüsse verfügen. Eine Lösung stellen Ethernet-Adapter dar, diese müssen jedoch gekauft werden und erhöhen somit wieder die Kosten.

Ein weiterer Nachteil von Ethernet ist die fehlende Mobilität. Daher wird die kabelgebundene Verbindung meist nur noch für Desktop-PCs und Smart-TVs angewendet, während alle portablen Geräte über WLAN ins Netzwerk eingebunden werden.

Einrichtung des Ethernet-Netzwerkes

Um ein Ethernet-Netzwerk einzurichten, ist zuerst der DSL-Router nötig, der über einen Port zum Anschluss des Ethernet-Kabels verfügen muss. Eventuell ist ein Switch nötig, um mehrere Geräte im Netzwerk einzubinden. Darüber hinaus ist ein Ethernet-Kabel nötig sowie ein Adapter, falls kein Ethernet-Port vorhanden ist. Sollte die Verlegung der Kabel durch mehrere Räume nötig werden, ist das entsprechende Werkzeug bereitzuhalten. Natürlich kann auch ein Fachmann mit der Verlegung und Einrichtung des Netzwerkes beauftragt werden.

Einrichtung des Ethernet-Netzwerkes unter Windows 10

Wer mehrere Geräte zu Hause betreibt, sollte über ein Heimnetzwerk nachdenken.

Hierüber können alle Ordner und Laufwerke für die Nutzer freigegeben werden, sodass ein gemeinsamer Zugriff möglich ist.

Jeder Teilnehmer (jedes Gerät) bekommt eine eigene IP-Adresse, was der Router eigenständig vornimmt.

Es ist nur noch sinnvoll, jedem Gerät einen eindeutigen Namen zuzuweisen.

Bei Windows 10 ist dies in folgenden Schritten möglich:

Wer mehrere Geräte zu Hause betreibt, sollte über ein Heimnetzwerk nachdenken. (Foto: AdobeStock - 734173203  Wolfilser)

Wer mehrere Geräte zu Hause betreibt, sollte über ein Heimnetzwerk nachdenken. (Foto: AdobeStock - 734173203 Wolfilser)

  1. Öffnen des Explorers und Klick mit der rechten Maustaste auf „Dieser PC“
  2. Klick auf „Eigenschaften“ und danach auf „Erweiterte Systemeinstellungen“
  3. eventuell Eingabe eines Passwortes
  4. Klick auf „Computername“ und Eingabe der Computerbeschreibung
  5. Klick auf „Ändern“
  6. Eingabe des Namens
  7. Klick auf „OK“
  8. Neustart des Rechners

Nur der Administrator hat Zugriff auf alle Einstellungen des Netzwerkes und nur er kann auch auf alle Dateien zugreifen. Damit alle anderen ebenfalls Zugriff erhalten, sind weitere Einstellungen nötig.

Diese werden in der Berechtigungsebene erteilt, wobei hier festgelegt werden kann, ob nur Lese- oder auch Schreibrechte gegeben sein sollen. Auch neue Benutzer können hier angelegt werden und bekommen ein jeweils separates Konto zugewiesen.

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