Auf der Messe Erfurt stellte Quantum Photonics am 5. und 6. Mai 2026 zukunftsweisende Entwicklungen in Photonik und Quantentechnologie vor. Das Programm umfasste Fachvorträge zu photonischem Quantencomputing, kryptografischen Anwendungen wie QKD und hochsensiblen Quantensensoren. Eine begleitende Ausstellung mit 18 Ausstellern, darunter X-FAB, May Distribution und PhoQS, ermöglichte den direkten Austausch. Schwerpunkte lagen auf partnerschaftlichen Kooperationen, industrieller Adaption und Erschließung neuer Marktsegmente für Quantenlösungen, standardisierte Schnittstellen, niedrigere Entwicklungskosten und schnelle Implementierung.
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Photonik und Quantentechnologie verschmelzen als wichtige Schlüsselindustrie für Zukunftstechnologien
Präsentation am Stand von May Distribution (Foto: Karina Hessland-Wissel)
Michael Kynast, Geschäftsführer der Messe Erfurt GmbH, stellte in seinem Eröffnungsstatement heraus, dass Quantentechnologie und Photonik untrennbar verknüpft sind. Die zweite Quantum Photonics in Erfurt fungierte als Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. 18 Aussteller demonstrierten innovative Bauteile und Systeme, während Expertinnen und Experten in vier spezialisierten Foren über Quantencomputing, Cybersecurity, Verteidigungs- und Raumfahrtanwendungen sowie Messtechnik informierten. So wurde ein praxisnaher und konstruktiver Dialog über zukünftige Entwicklungen und erfolgreiche Kooperationen geschaffen.
Messeplattform Quantum Photonics fördert X-FABs regionale Netzwerkbildung und Partnerschaften
Der bekannten Chiphersteller X-FAB nutzte die Quantum Photonics-Konferenz in Erfurt, um seine kundenspezifischen Halbleiterlösungen für die Automobilindustrie, die Luft- und Raumfahrt sowie MEMS-basierte Sensorik vorzustellen. Muralikrishna Sathyamurthy hob hervor, dass Thüringen über eine lebendige optoelektronische Szene verfüge. Die Messe ermögliche es, wertvolle Kontakte mit Zulieferern, Forschungslaboren und Systemintegratoren zu knüpfen und so Innovationsprojekte schneller voranzutreiben auf Effizienzsteigerung im Produktentwicklungszyklus ausgerichtet um Benchmarking in Modularchitekturen durchzuführen und Technologie-Scouting für zukunftsorientierte Anwendungen.
Integrierte Kühlung und Engineering-Services von May Distribution optimieren Quantensteuerung
May Distribution eröffnete mit modularen Quanten- und Photoniksteuerungen neue Möglichkeiten für Forschungs- und Industrieanwendungen. Standardisierte Komponenten erleichtern den Austausch von Modulen und verringern die Komplexität beim Systemaufbau. Die integrierte Kühlung gewährleistet konstante Betriebstemperaturen, wodurch die Lebensdauer empfindlicher Optiken und Sensoren verlängert wird. Zusätzlich bieten umfassende Engineering-Services Unterstützung bei Design, Test und Inbetriebnahme. Resultat sind kurz gehaltene Projektlaufzeiten, präzise Synchronisation und erstklassige Signalqualität, so Dipl.-Ing. Peter Siebertz. Modulare Konzept ist zukunftssicher.
PhoQS zeigt praxisorientierte photonische Quantensysteme: Simulation, Kommunikation, Metrologie, Computing
Kick-Off DFG-Projekt 3D-NLM (Foto: Karina Hessland-Wissel)
Das PhoQS-Institut präsentierte bei der Veranstaltung neuartige photonische Quantentechnologien, von Quantenbenchmarking über photonische Verschlüsselungen bis hin zur metrologischen Anwendung einzelner Photonen. Die Exponate umfassten sowohl Messaufbauten für Quantensimulation als auch modulare Prototypen für Quantencomputing-Versuche. Philip Held hob hervor, dass ein dichtes Netzwerk aus Forschungseinrichtungen, Startups und Industrieunternehmen essenziell ist, um Entwicklungszyklen zu verkürzen und praxisnahe photonische Quantensysteme effizient in industrielle Fertigungs- und Kommunikationsprozesse zu integrieren und wirtschaftlich erfolgreich umzusetzen können.
Photonische Qubit-Technologien und organische Carben-Plattformen erstmals im AI-Forum vorgestellt
Im Rahmen des Forums 'Quantum in Computing & AI'-Kongresses legte Dr. Rene Sondenheimer seinen Schwerpunkt auf die Minimierung von Photonverlusten in photonischen Quantenprozessoren, um die Effizienz optischer Qubit-Übertragungen zu steigern. Dabei erläuterte er Optimierungsstrategien für Waveguides und photonische Resonatoren. Ergänzend stellte Dr. Matthias Pfender von NVision eine organische Quantenplattform vor: Photoaktive Triplett-Carbene werden in einer kristallinen Matrix verankert, um alternative Qubit-Strukturen mit maximaler Stabilität, verlustarmem Betrieb, Kosteneffizienz und Skalierbarkeit zu realisieren.
MuQuaNet schafft QKD-Testumgebung für den Großraum München und Umgebung
Das Expertenpanel zur Quantum Key Distribution fokussierte auf verschiedene Technologieansätze. Dr. Nils gentschen Felde präsentierte MuQuaNet als QKD-Testumgebung für den Großraum München, die erweiterte Versuchsreihen ermöglicht. Dr. Natalie Jung von TÜVIT erläuterte geplante Testeinrichtungen und definierte Kriterien für einheitliche Zertifizierungsframeworks. Dr. Alessandro Zannotti stellte verschränkte Photonenquellen von Quantum Optics Jena vor. Das Fraunhofer IPMS untersucht parallel praxisnah und industrialisiert kosteneffiziente modularisierte skalierbare und zukunftsorientierte photonische ICs zur Optimierung quantenbasierter Sicherheitslösungen.
Defence & Space-Forum zeigt Quantentechnologien für QKD-Satelliten und LEO-Einsatz
Ausstellungsbereich zur Quantum Photonics (Foto: Karina Hessland-Wissel)
Im Fachforum für Verteidigung und Raumfahrt stellte Dr. Matthias Goy vom Fraunhofer IOF die optische Bodenstation Jena vor und erklärte Projektstrukturen des TransEuroOGS-Konsortiums, das europäische QKD-Satelliten wie Eagle-1 vorbereitet. Danach erläuterte Dr. Seid Koudia von der Universität Luxemburg seine Experimente zu Quantenspeichern im niedrigen Erdorbit mit Fokus auf Temperaturkontrolle. Zum Abschluss präsentierte Arda Atomics Prototypen von miniaturisierten Quantengyroskopen für den Einsatz in kommerziellen CubeSats. Fokus lag auf Zuverlässigkeit und Modularität.
In-situ-Kalibrierung und präzise Nanostrukturierung großformatiger photonischer Bauteile im DFG-Projekt
Im Projekt 3D-NLM, unterstützt durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft, entsteht eine kombinierte Anlage zur nanometrischen Strukturierung und hochpräzisen Messung photonischer Elemente bis zu einem Meter Durchmesser. Die Kooperation zwischen Dr. Uwe Zeitner (Fraunhofer IOF) und Dr. Thomas Kissinger (TU Ilmenau) integriert konfokale Sensoren, Laserbearbeitung und adaptive Steuerung. Hauptziel ist die Herstellung von Spektrometer-Bauteilen mit optimierter optischer Performance für astrophysikalische Forschungseinrichtungen weltweit. Ein Qualitätssicherungssystem dokumentiert jeden Bearbeitungsschritt und sichert Einhaltung engster Toleranzen.
Supracon präsentiert Quantenmagnetometer mit Stickstoff-Fehlstellen-Detektoren beim Forum Quantum Photonics
Im abschließenden Panel wurden supraleitende Einzelphotonendetektoren von Prof. Dr. Ronny Stolz vorgestellt, die mithilfe von Verschränkungseffekten extrem präzise Signalaufnahmen bei minimalem Rauschen erlauben. Anschließend erläuterte Matthias Meyer von Supracon vier unterschiedliche Quantenmagnetometer, darunter innovative Stickstoff-Fehlstellen-Detektoren zur hochauflösenden Magnetfeldanalyse. Den Abschluss bildeten die diamantbasierten Farbzentrum-Sensoren, die Prof. Dr. Jan Meijer von der Universität Leipzig entwickelt hat, und die Gründung seiner Quantum Technologies GmbH. Diese Entwicklungen setzen neue Maßstäbe in Quantensensorik weltweit.
Pausen-Events mit Polarisatoren, Phasensensorik und Quantencomputing aktivieren intensiven Austausch
Die neun Coffee Pitches boten kompakte Präsentationen zu Polarisatoren, fortschrittlicher Quantenphasensensorik und Computing mit gequetschtem Licht. Fachwissenschaftler präsentierten in je wenigen Minuten experimentelle Ergebnisse, theoretische Grundlagen und mögliche Anwendungsfälle. Durch diese kurzen Fachvorträge während der Kaffeepausen wurde eine Brücke zwischen Forschung und Industrie geschlagen, Pausenzeiten effizient genutzt und der informelle Austausch intensiviert. Die interaktive Atmosphäre ermöglichte gezielte Fragen und förderte den Aufbau nachhaltiger Netzwerke zwischen den Teilnehmern. Motiviert zum Dialog
Quantum Photonics 2026 in Erfurt fungierte als Katalysator für Innovationsprozesse in der Photonikbranche. Das Event förderte gezielt Industriekontakte, beschleunigte Produktentwicklungen durch modulare Designansätze und bot praxisnahe Validierungsmöglichkeiten. Regionale Unternehmen präsentierten maßgeschneiderte MEMS-Lösungen und Optoelektronikkomponenten. Wissenschaftler stellten fortschrittliche Quantensensor- und Kommunikationstechnologien vor. Parallel liefen Zertifizierungsworkshops, um regulatorische Anforderungen zu klären. In Summe schuf die Messe optimale Rahmenbedingungen für die Markteinführung breit einsetzbarer photonischer Quantensysteme mit Live-Demos, OpenLab-Sessions, Case Studies und Networking-Plattform.

