Iot in der Schweißindustrie: Technologischer Fortschritt gegen den Fachkräftemangel

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Seit Jahren beherrscht ein Thema sämtliche Bereiche der Wirtschaft: der Fachkräftemangel. Auch in der industriellen Fertigung wird schon lange fehlender Nachwuchs aufgrund der überalternden Gesellschafts- und Arbeitsstruktur in Deutschland beklagt. Die Entwicklungen des Internets der Dinge (IoT) in der Schweißindustrie zeigen, dass technologischer Fortschritt ein Ausweg aus diesem Dilemma sein kann.

IoT: Taktgeber der Zukunft

Das Internet der Dinge, kurz IoT ist heute in aller Munde. Verspricht diese neue Technologie doch enorme Möglichkeiten in der Weiterentwicklung der Industrie 4.0 und im Alltag. Kennzeichen dieser Technik ist die optimierte Kommunikation vieler verschiedener mit dem Internet verbundener Geräte. Kleine Applikationen wie Wearables beispielsweise in Form von Fitnesstrackern und elektronischen Schließmechanismen gehören ebenso in diese Kategorie, wie große industrielle Maschinen.

Sie alle sind in der Lage, Daten zu erheben und in Echtzeit an Plattformen im Internet zu schicken. Dort können die Informationen gesammelt, aufbereitet, analysiert und zur Optimierung wieder ausgespielt werden. Empfänger sind dann meist Dashboards auf unterschiedlichsten Geräten, die ihre Besitzer in die Lage versetzen, Prozesse effizienter zu gestalten. Derartige Vorgänge sind heute in Bruchteilen von Sekunden realisierbar. Daraus ergeben sich bisher ungeahnte Chancen zur Effizienzsteigerung bei industriellen Anlagen als auch in der persönlichen Entwicklung. Ineffiziente Prozesse können ebenso abgestellt werden, wie ungesunde Routinen.

Schweißindustrie: Basis des Alltags

Ohne die Technik des Schweißens wären viele Dinge des Alltags nicht denkbar. Viele Firmen und auch Kunden sind auf geschweißte Produkte elementar angewiesen. Durch die Verbindung verschiedener Materialen mittels Hitze und Verbundstoffen werden viele industrielle Selbstverständlichkeiten, wie Massenmobilität, Bauwirtschaft, Statuen, einige Haushaltsgeräte und sogar moderne Kunst erst möglich. Private und kommerzielle Fahrzeuge, Flugzeuge und Züge leben ebenso von verschweißten Oberflächen, wie Baugerüste, Hofzäune und Gartentore oder Metallkunstwerke und Denkmäler. Große Teile der Industrie sind ihrerseits auf Förderbänder und hydraulische Hebebühnen für ihre Fertigungsprozesse angewiesen. Und diese wiederum werden durch das Schweißen miteinander verbundener Metallrohre und Stahlplatten erst möglich.

IoT in der Schweißindustrie: Kostenersparnis und Effizienzsteigerung

Industrielles IOT (IIoT) bietet seinen Nutzern vielversprechende ökonomische Aussichten. Sensoren, die im Produktionsprozess implementiert werden und stetig verlässliche Daten in Echtzeit liefern, können große Einsparpotentiale generieren. Ungenaue Produktionsvorlagen sind so ebenso schnell zu identifizieren, wie unzuverlässig arbeitende Fertigungsstraßen. Absehbare Materialverschwendungen können abgestellt werden und die Reparatur oder der Ersatz von durch Verschleiß betroffene Komponenten vorausschauend eingeplant werden. All das ermöglicht Einsparmöglichkeiten von Zeit- und Kostenkapazitäten, die nutzbringender für Innovationen, Produkt- und Qualitätsverbesserungen, sowie in der Kundenbetreuung eingesetzt werden können.

IoT und KI gegen den Fachkräftemangel

Einer der großen Vorteile von IoT, der diese technische Evolution für viele Produzenten attraktiv macht, ist der verminderte Arbeitskräftebedarf. Gilt doch das Personal in der Kosten-Nutzenkalkulation vieler Unternehmen als größter Treiber und gerät deshalb öfter als andere Bereiche schneller in den Fokus von Einsparungsbestrebungen. Das Internet der Dinge verschafft Unternehmen durch den sich ständig steigernden Grad an Automatisierung und Vernetzung Mittel und Wege, um diesem Umstand zu begegnen.

Modernes industrielles Schweißen wird immer weniger zu einer Frage der physischen Anwesenheit von hochausgebildetem Fachpersonal, welches das ordnungsgemäße Funktionieren der daran beteiligten Maschinen überwachen muss. Stattdessen übernehmen immer häufiger optimal angepasste Softwarelösungen und künstliche Intelligenz diese Funktionen. Diese Systeme sind schon heute fähig, selbstständig programmiert Fehlstellungen zu beheben und Umstellungen vorzunehmen. Dabei können sie aus der Entfernung überwacht und gewartet werden, ohne dass es dabei zu Nachteilen für die Qualität der Produkte kommen muss. Firmen, die das bereits erkannt haben, investieren lieber in die Weiterentwicklung dieser Netzwerke zu ihrem eigenen Nutzen, anstatt sich weiter über fehlende Fachkräfte Gedanken zu machen.

Über den Autor

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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